Konzeption

Inhalt

  1. Gesamtangebot
    1. Art der Einrichtung
    2. Grundsätzliches Selbstverständnis
  2. Leistungsangebot der heilpädagogischen Tagesgruppen
    1. Personenkreis
    2. Fachliche Ausrichtung
    3. Methodische Grundlagen
    4. Struktur des Leistungsbereiches Erziehung
    5. Maßnahmen der Qualitätsentwicklung/-sicherung
  3. Leistungsangebot der Mobilen Betreuung
    1. Personenkreis
    2. Fachliche Ausrichtung
    3. Methodische Grundlagen
    4. Struktur des Leistungsbereiches Erziehung
    5. Maßnahmen der Qualitätsentwicklung/-sicherung
  4. Leistungsangebot der ambulanten Betreuung

I. Gesamtangebot

1. Art der Einrichtung

Die Heilpädagogischen Betreuungen Penkefitz gGmbH sind ein Angebot teilstationärer Einrichtungen und Hilfen und bilden ein Verbundsystem mit den Heilpädagogischen Wohngruppen Penkefitz. Gemeinsame Leitung und einrichtungsübergreifender Fachdienst gewährleisten einen permanenten Austausch innerhalb der unterschiedlichen Hilfen. Die Heilpädagogischen Betreuungen Penkefitz gGmbH gliedern sich in 3 Bereiche:

  • Heilpädagogische Tagesgruppen
  • Mobile Betreuung
  • Ambulante Betreuung

Die Merkmale der einzelnen Bereiche werden unter Punkt II und III beschrieben.

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2. Grundsätzliches Selbstverständnis

Pädagogisches Leitbild

Pädagogisches Handeln muss sich von der Idee der Aufklärung leiten lassen. Erziehung und Bildung sind immer wertgebunden. Selbstbestimmung und Selbstbeschränkung gehören zusammen. Verantwortung für sich und andere ist nicht teilbar. Standpunktlosigkeit darf nicht mit Offenheit verwechselt werden, Freiheit nicht mit Bindungslosigkeit und Toleranz nicht mit Beliebigkeit. Eigene Interessen formulieren, die Interessen anderer berücksichtigen und einen Ausgleich herbeiführen zu können, sind wichtige Grundfähigkeiten in einer auf Partizipation und Autonomie ausgerichteten Demokratie.

Selbstbestimmung ist eine Voraussetzung für Mitbestimmung. Nur Menschen mit Ich-Stärke und Selbstbewusstsein können auch mit Fremden, mit Konkurrenz und Stress gelassen und ohne Angst umgehen.

Erwachsene müssen Werte vorleben und erfahrbar machen. Ihr Verhalten gegenüber jungen Menschen ist ganz entscheidend dafür, ob Erziehung gelingt und ob diese Selbstvertrauen entwickeln können. Sie müssen sich Kindern liebevoll zuwenden, Zeit für sie haben, Zuversichtlichkeit und eine optimistische Zukunftsperspektive vermitteln. Sie müssen jedoch auch bereit sein, Grenzen zu ziehen und sich auf Konflikte mit Kindern und Jugendlichen einzulassen, dabei aber Argumente liefern, Position beziehen und begründen, Gelassenheit, aber nicht Beliebigkeit vermitteln, Regeln und Rituale einüben.

Regelverletzungen müssen Folgen haben, damit Regeln auch eingeübt und akzeptiert werden. Wer keine Orientierung bietet, vernachlässigt die ihm Anvertrauten. Laissez-faire und Verzicht auf Erziehung bedeuten, Ichstärke kann nicht aufgebaut, Identität nicht entwickelt werden.

Erziehung findet nur Akzeptanz, wenn die Erwachsenen das leben, was sie von ihrem Gegenüber erwarten. Werte zu predigen, ohne sie zur eigenen Richtschnur zu machen, verhindert deren Annahme. Kinder und Jugendliche erwarten nicht Einheitlichkeit, sondern Verlässlichkeit und einen Konsens, der Verschiedenheit zulässt. Das konkrete pädagogische Handeln orientiert sich an verhaltenstherapeutisch / lerntheoretisch und systemischen Ansätzen. Wir gehen dabei davon aus, dass verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche ihre berechtigten Grundanliegen oft mit sozial unangemessenen Mitteln verfolgen. Unsere Arbeit soll dazu dienen, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass die jungen Menschen lernen können, ihre Anliegen legal und sozial angemessen zu realisieren.

Die pädagogische Zielsetzung ist unterschiedlich in den einzelnen Bereichen: Tagesgruppe, Mobile Betreuung, Ambulante Betreuung.

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II. Leistungsangebot der heilpädagogischen Tagesgruppen

Es gibt zwei Tagesgruppen, die räumlich voneinander getrennt sind:
Die eine befindet sich in der „Hermann-Löns-Str. 15“, die andere in der „Bahnhofstr. 28“, beide in Dannenberg.

1. Personenkreis

In der „Hermann-Löns-Str.“ werden bis zu 9 Mädchen und Jungen im Alter von 6 – 14 Jahren aufgenommen.
In der „Bahnhofstr.“ gibt es 7 Plätze für den gleichen Personenkreis.

Rechtsgrundlagen

Es werden Hilfen nach §§ 27, 32 SGB VIII und nach § 35a SGB VIII geleistet.

Zielgruppe

Die Tagesgruppe wendet sich mit ihrem Angebot an junge Menschen und ihre Familien, die mit der Bewältigung ihrer Lebenssituation so überfordert sind, dass eine ambulante Hilfe (Beratung, Therapie) nicht mehr ausreicht. Andererseits sollten die familiären Beziehungen sich als so tragfähig zeigen, dass ein Verbleib der Kinder/Jugendlichen in der Familie möglich erscheint.

Aufnahmekriterien/Störungsbilder

  • Entwicklungsstörungen/Entwicklungsrückstände
  • mangelnde Konfliktlösungskompetenzen
  • Verhaltensauffälligkeiten, wie aggressives V., dissoziales V. usw.
  • Schul- und Leistungsprobleme, Lernbehinderungen
  • Leistungsdefizite
  • Kommunikationsprobleme
  • Beziehungsstörungen
  • ADS, ADHS

Aufnahmen nach § 35a SGB VIII

  • Autistische Störungen, z.B. Asperger-Syndrom
  • Schulängste, Schulverweigerung
  • posttraumatische Belastungssyndrome z. B. nach Deprivation und/oder Misshandlung (psychisch, physisch, sexuell)
  • psychische Störungen mit körperlicher Symptomatik
  • Persönlichkeitsstörungen, Neurosen, Ängste
  • selbstverletzendes Verhalten
  • Zwangsstörungen

Ausschlusskriterien

  • Alkohol- und Drogenabhängigkeit
  • Akute Suizidalität
  • Akute Psychosen

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2. Fachliche Ausrichtung

Die Tagesgruppe arbeitet auf Grundlage von verhaltenstherapeutisch/lerntheoretischen und systemischen Ansätzen. Es wird angenommen, dass in der Familie viele Ressourcen zu einer positiven Problemlösung bereit stehen. Daher wird versucht, im Familiensystem Veränderungen anzuregen, die sich positiv auf die Entwicklungsdynamik des Kindes oder Jugendlichen in der Familie auswirken. Wir beziehen deshalb die Eltern aktiv in den Hilfeprozess mit ein, erarbeiten gemeinsam Konfliktlösungsstrategien und zeigen Möglichkeiten zur Krisenbewältigung auf. In akuten Krisen steht eine Psychologin zur Krisenintervention zur Verfügung.

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3. Methodische Grundlagen

Betreuung und Förderung in der Gesamtgruppe

  • Nutzung der Gruppe als Lernfeld und integrativem Bestandteil des Zusammenlebens.
  • Strukturierung des Tages- und Wochenablaufes (z.B. gemeinsamer Zeitrahmen, Mahlzeiten, Freizeitaktivitäten).
  • Verbesserung und Stabilisierung des Sozialverhaltens (z.B. durch Gruppengespräche, gemeinsame Planungen).
  • Durchführung von Ferienfreizeiten zur Förderung der Gruppengemeinschaft: in den Oster- und Herbstferien findet jeweils eine 1-wöchige Ferienfahrt statt. In den Sommerferien finden besondere Angebote wie Tagesausflüge (z. B. in den Tierpark, an die Ostsee etc.) und gemeinsame Aktionen mit den Eltern (Picknick, Grillnachmittag etc.) statt.

Betreuung und Förderung in Kleingruppen

  • Vermitteln von Erfahrungen zum Einüben sozialer Wahrnehmungen, Fähigkeiten und Verhaltensweisen (z.B. durch Rollenspiele).
  • Lernen in Kleingruppen.
  • Auseinandersetzung mit Affekten, Stimmungen, Bedürfnissen und Interessen im Kontext einer Kleingruppe.
  • Förderung im sportlichen, kreativen und praktisch-handwerklichen sowie hauswirtschaftlichen Bereich.
  • Differenzierung für zielorientierte Arbeit mit verschiedenen Alters- und Geschlechtergruppen (z.B. Jungenpädagogik).
  • Nutzung des reittherapeutischen Angebotes der Stammeinrichtung.
  • Regelmäßige Ergotherapie und nach Bedarf Reittherapie.

Einzelförderung

  • Intensive erzieherische Auseinandersetzung mit Kindern und individuelles Setzen von Grenzen.
  • Förderung individueller Stärken und Ressourcen, Freisetzung eigener kreativer Möglichkeiten.
  • Lern- und Leistungsförderung.

Förderung von Kindern, die von seelischer Behinderung bedroht sind (§35a SGB VIII)

  • Kompensation und Überwindung von Schwächen (positive Bekräftigung, Belohnung).
  • Förderung im kognitiven und lebenspraktischen Bereich (lerntherapeutischer Ansatz).
  • Training von Vertrauen, Sicherheit, Abgrenzung (insbesondere durch die angebotenen Therapien wie Psycho- und Reittherapie als Grundleistung).
  • Förderung im Bereich der Grob- und Feinmotorik (Ergotherapie als Grundleistung).
  • Gefühl von Nähe und Distanz vermitteln/leben/reflektieren.

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4. Struktur des Leistungsbereiches Erziehung

4.1. Leistungsbereich Erziehung

4.1.1 Grundleistungen

Die folgenden beschriebenen Leistungen sind Standardleistungen und kommen grundsätzlich allen Kindern und Jugendlichen zugute.

4.1.1.1 Räumliche Gegebenheiten

Die Tagesgruppe in der Hermann-Löns-Str. 15 in Dannenberg verfügt über 9 Plätze. Insgesamt stehen ca. 255 m² Arbeitsfläche zur Verfügung: eine Küche mit 24 m², 2 Aufenthaltsräume mit 48 m², 4 Therapie- und Einzelarbeitsräume mit 90 m², 3 Mitarbeiterräume mit 42 m² sowie sanitäre Anlagen und Flure mit 51 m². Folgende Schulräume stehen ab 13 Uhr täglich zur Nutzung zur Verfügung: 1 Gymnastik- und Bewegungsraum mit 85 m², ein Werkraum mit 30 m² sowie ein Musikraum mit 40 m². Das Aussenglände bietet weiträumige Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten, z. B. einen Spielplatz, Fußballplatz, mehrere Außensitzgruppen etc.

Die zweite Tagesgruppe befindet sich auf einem Grundstück in der Bahnhofstr. 28 in Dannenberg und bietet 7 Plätze auf ca. 145 m². Das 2-stöckige Gebäude bietet 2 Gruppenräume mit 19,6 m² und 13,9 m², 3 Hausaufgaben- oder Einzelarbeitsräume mit 12,4 m², 12,2 m² und 13,9 m², ein Bastelraum mit 12,3 m², eine Küche mit 18,8 m², 2 Bäder sowie weitere sanitäre Anlagen und Flure und ein Büro mit ca. 42 m².

Der Hol- und Bringdienst ist mit der Grundpauschale abgegolten.

Die Essensversorgung erfolgt durch zwei Hauswirtschafterinnen, die die Mahlzeiten in der jeweiligen Tagesgruppe täglich zubereiten; einmal wöchentlich wird die Mittagsmahlzeit gemeinsam mit den Kindern zubereitet, um Lernfelder im lebenspraktischen Bereich zu schaffen.

4.1.1.2 Personal

Die Tagesgruppen sind ganzjährig geöffnet – mit Ausnahme einer dreiwöchigen Schließungszeit in den Sommerferien. Die Öffnungszeiten an Schultagen sind von 11.00 bis 18.00 Uhr, in diesem Zeitraum ist zunächst eine pädagogische Fachkraft je Gruppe (bis 13.00 Uhr je Gruppe) im Dienst, um die ersten 2 – 3 Kinder in Empfang zu nehmen, die früher aus der Schule kommen. Danach, ab 13.00 Uhr sind alle übrigen Fachkräfte täglich im Dienst und begleiten die Kinder durch den Nachmittag. Bei Unterrichtsausfall kann die Betreuung im Einzelfall außerhalb dieser Kernzeiten sichergestellt werden. In den Schulferien gibt es spezielle Angebote, die Öffnungszeiten sind nicht eingeschränkt.

Einmal in der Woche findet eine Dienstbesprechung mit dem jeweiligen Team in den einzelnen Tagesgruppen statt, zu der die zuständige Fachberatung hinzugezogen wird. Darüber hinaus erhalten die Teams monatlich 2 Stunden Supervision durch einen externen Supervisor.

Den Mitarbeiter/innen wird jährlich zweimal ein spezifisches internes und externes Fortbildungsprogramm angeboten. Jede Fachkraft nimmt mindestens einmal im Jahr an einer 2-3 tägigen Fortbildung teil.

4.1.1.3 Inhalte der gruppenübergreifenden Leistungen

Beratung

Die Beratung der Mitarbeiter/innen findet grundsätzlich durch die Fachberatung statt. Zusätzlich wird auch der psychologische Dienst hinzugezogen. Dabei werden insbesondere Auffälligkeiten der Kinder und Jugendlichen unter verhaltenstherapeutischen und systemischen Aspekten analysiert und pädagogische Handlungsmöglichkeiten erarbeitet.

Elternarbeit

Grundvoraussetzung aller Methoden der Elternarbeit in unserer Einrichtung ist es, dass der Herkunftsfamilie die notwendige Beachtung und Haltung entgegengebracht wird und die Kinder bei den Mitarbeitern ein Gefühl der Achtung und Akzeptanz ihrer Eltern erfahren. Deshalb gestalten wir die Kontakte zwischen Eltern und Einrichtung so intensiv wie möglich.

Die Methoden der Elternarbeit orientieren sich an systemischen Grundsätzen und zielen vor allem darauf ab, eine Verhaltensänderung bei den Eltern bzw. des Eltern-Kind-Verhältnisses zu erreichen. Die Beratungsgespräche finden telefonisch, in der Einrichtung und in der Familie statt. Wir motivieren die Eltern zur Teilnahme an Elternabenden, Elterncafés, Elterngesprächen und arbeiten mit dem Konzept des „Rendsburger Elterntrainings“.

Therapie

Da ein großer Teil der in den Tagesgruppen betreuten Kinder dem Personenkreis gem. § 35a SGB VIII zuzuordnen ist, verfügen wir über ein umfassendes Therapieangebot in den Bereichen Psychotherapie, Ergotherapie und Reittherapie, welches in den einrichtungsinternen Räumen stattfindet. Die therapeutischen Leistungen gehören zu den Grundleistungen und werden in Absprache mit der Fachberatung koordiniert.

Bei Bedarf können im Rahmen der Psychotherapie und der Ergotherapie Störungsbilder diagnostisch abgeklärt werden. Dieses erfolgt durch spezielle Testverfahren, wie z.B. Leistungs- und Persönlichkeitstests (u. a. DISYPS-KJ, HAWIK, MBAS, FEW-2).

Hilfeplan

Die Einrichtung erstellt für das jeweilige Hilfeplangespräch nach § 36 KJHG einen schriftlichen Kurzbericht, aus dem Aussagen über die Entwicklung des Kindes/ Jugendlichen zu entnehmen sind. Der Bericht dient außerdem der Zielüberprüfung. In Absprache mit dem örtlichen Träger der Jugendhilfe werden alle Beteiligten zum vereinbarten Termin des Hilfeplangespräches eingeladen. Dabei wird das betreffende Kind/der betreffende Jugendliche einbezogen.

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5. Maßnahmen der Qualitätsentwicklung und -sicherung

Zur Qualitätsentwicklung und -sicherung arbeiten wir nach Prinzipien des Total Quality Managements (TQM):

  1. vernetzendes Qualitätsmanagement-Programm (QMC), über welches die Verwaltung sowie die Tagesgruppen miteinander kommunizieren, die Stammdaten der Klienten verwaltet werden, Dokumentationen über das Tagesgeschehen sowie Entwicklungs- und Therapieberichte festgehalten werden.
  2. Fachpersonal in allen Bereichen (Betreuung, Hauswirtschaft, Verwaltung).
  3. Entwicklungsberichte zur Vorbereitung der Hilfeplangespräche. Diese werden im Tagesgruppenteam beraten, mit dem Klienten besprochen und an den zuständigen ASD-Mitarbeiter des Jugendamtes vor dem Gespräch versandt. Die Berichte dienen der regelmäßigen Überprüfung und Kontrolle des Erziehungsprozesses.
  4. Therapieberichte sollen den Verlauf der Therapien dokumentieren. Hier geht es nicht um Therapieinhalte, sondern um Erkenntnisse aus den Therapiestunden, die für den Erziehungsalltag und für das Setting relevant sind. Nach jeweils 10 Therapiestunden wird überprüft, ob die Therapie fortgeführt, beendet oder verändert werden soll.
  5. Hilfeplangespräche werden ebenso wie die Berichte (s. o.) mit den Klienten vorbereitet.
    Das Kind/der Jugendliche wird angeregt, eigene Anliegen zu formulieren und vorzutragen. Der Ablauf eines Hilfeplangespräches wird mit dem Klienten erörtert. Hilfeplangespräche werden zur Reflektion der Entwicklung des Kindes/Jugendlichen, der Formulierung gemeinsamer Ziele sowie der Krisenintervention genutzt. Sie dienen der Abstimmung aller Beteiligten im Sinne des Kindes.
  6. Beobachtungsbögen zur gezielten Verhaltensanalyse werden genutzt, um z. B. eine Medikation vorzubereiten, die Wirkung einer Medikation zu dokumentieren oder ein Punkte-System zur Verhaltenstherapie zu entwickeln.
  7. Um ein Kind optimal betreuen und beschulen zu können oder wenn die Entwicklung eines Kindes gestört erscheint werden Einzelfallgespräche/Helferkonferenzen einberufen, zu denen beispielsweise der Bezugserzieher, die Erziehungsleitung, die Lehrkraft sowie Therapeuten zusammen kommen, um gemeinsam einen Förderplan zu entwickeln.
  8. regelmäßige, wöchentliche Teamgespräche finden in den Tagesgruppen statt.
  9. die Teams erhalten 4 – 6wöchig Supervision (extern), dieses immer in einem 10 Stunden Block. Danach entscheiden die Teilnehmer gemeinsam, ob weiter miteinander gearbeitet werden soll. Es finden Fall- und Teamsupervision statt.
  10. Therapeutentreffen: 14-tägig treffen sich die einzelnen Therapieabteilungen (Ergo-, Reit- und Psychotherapie) zum Austausch sowie zu Fallbesprechungen.
    Darüber hinaus gibt es einmal im Monat eine Zusammenkunft aller Therapeuten.
  11. Fortbildung: Jeder Mitarbeiter nimmt mindestens 1x jährlich an einer 2-3 tägigen externen oder internen Fortbildung teil.

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III. Leistungsangebot der Mobilen Betreuung

1. Personenkreis

Diese Betreuungsform richtet sich an weibliche und männliche junge Volljährige, die zuvor in den Heilpädagogischen Wohngruppen Penkefitz betreut worden sind. Die Betreuung der bis zu 5 jungen Volljährigen erfolgt in Wohnungen, die von den Heilpädagogischen Betreuungen angemietet werden.

Rechtsgrundlagen

Es werden Hilfen nach §§ 27, 41 und § 35a SGB VIII geleistet.

Zielgruppe

Der Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Betreuung von jungen Menschen, die dem Personenkreis gem. § 35a SGB VIII zuzuordnen sind und vorher stationär in den Heilpädagogischen Wohngruppen Penkefitz betreut worden sind. Es handelt sich um junge Volljährige mit vielfältigen sozialen und psychischen Problemen sowie häufig mit Psychiatrieerfahrung. Für diese ist pädagogisch/therapeutische Hilfe notwendig, eine Betreuung in der Wohngruppe jedoch nicht mehr die adäquate Maßnahme. Die jungen Menschen müssen über ein ausreichendes Maß an Selbständigkeit und Eigenverantwortung verfügen. Ausschlaggebend für die Aufnahme ist in jedem Fall, dass keine akute Selbst- oder Fremdgefährdung gegeben ist.

Aufnahmekriterien

  • Entwicklungsstörungen
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Emotionale Störungen
  • Angststörungen
  • Posttraumatisches Belastungssyndrom
  • Selbstverletzendes Verhalten
  • Autistische Störungen
  • Zwangsstörungen

Ausschlusskriterien

  • Alkohol- und Drogenabhängigkeit
  • Akute Suizidalität
  • Akute Psychosen

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2. Fachliche Ausrichtung

Das konkrete pädagogische Handeln in der Mobilen Betreuung schließt an die vorangegangenen pädagogischen Maßnahmen der Wohngruppenarbeit an. Die sozialpädagogischen Interventionen sollen dazu dienen, positive und sozial förderliche Bedingungen zu gestalten, damit der junge Erwachsene lernen kann, seine Anliegen legal und sozial angemessen zu realisieren. Im Vordergrund steht eine Begleitung des Verselbständigungsprozesses in allen lebenspraktischen Bereichen sowie der Sicherung des Lebensunterhaltes und des Wohnraumes – Überleitung in die Selbständigkeit.

Betreuungsschwerpunkte der Mobilen Betreuung sind das gemeinsame Anmieten und Einrichten von geeignetem Wohnraum sowie die Beratung und Unterstützung in der Organisation des Alltages. Hierzu gehören die Bereiche Haushaltsführung, Finanzen, Gesundheit, Behördenangelegenheiten und Freizeit.

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3. Methodische Grundlagen

Die methodischen Grundlagen in der Mobilen Betreuung sind geprägt durch:

  • systemischen Ansatz
  • integrierten Ansatz
  • sozialräumliche Orientierung
  • geschlechtsbewusstes Arbeiten
  • Qualitätssicherung

Alle Aktivitäten sind alltagsorientiert und zielen auf eine Selbstorganisation und Selbsthilfe durch Beratung und praktische Unterstützung.

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4. Struktur des Leistungsbereiches Erziehung

Die Betreuung in Einzelwohnungen findet ganzjährig rund-um-die-Uhr an 7 Tagen in der Woche statt.

4.1. Grundleistungen

Die folgenden beschriebenen Leistungen sind Grundleistungen und kommen grundsätzlich allen jungen Volljährigen zugute. Die Arbeitszeiten in der Mobilen Betreuung richten sich nach dem Bedarf des jeweiligen Klienten, es ist im Durchschnitt von einem Stundenumfang von 15 Stunden pro Woche und Betreutem auszugehen. Die Erreichbarkeit der Mitarbeiter ist außerhalb von vereinbarten Kontakten über ein Mobiltelefon gewährleistet.

Die Kernarbeitszeit ist werktags von 8.00 – 20.00 Uhr. In der Zeit von 20.00 – 8.00 Uhr sowie an den Wochenenden und Feiertagen besteht eine Rufbereitschaft. Die Bürozeiten sind in der Regel im Vormittagsbereich von 10.00-13.00 Uhr, sofern keine anderen Termine anstehen. Die Hauptbetreuungszeiten liegen werktags zwischen 14.00 und 20.00 Uhr.

Zu den Grundleistungen gehört

  • ein ausgewogenes Verhältnis von Alltagstruktur und freien Entfaltungsmöglichkeiten zu schaffen - Tagesstrukturierung
  • das Einüben von Selbstkontrolle, z.B. Führen eines Haushaltsbuches
  • die Suche und Bewusstmachung von selbstwertdienlichen Kognitionen und Gedanken
  • die kontinuierliche positive Verstärkung auch von kleineren persönlichen Fortschritten
  • das Aufzeigen von Konfliktlösungsmöglichkeiten
  • psychosoziale Beratung und pädagogische Begleitung im Alltag
  • Trainieren von Alltagssituationen anhand von Rollenspielen
  • Kontinuität und Zuverlässigkeit
  • Auszahlen der finanziellen Mittel an die Klienten durch Überweisungen auf eigene Konten bzw. Bargeldauszahlungen in einem mit dem Klienten vereinbarten Rhythmus
  • Versorgung im Krankheitsfall
  • Begleitung medizinisch/psychiatrischer Versorgung
  • Beantragung von Sozialleistungen
  • Klärung der Perspektive
  • Schulisch/berufliche Unterstützung
  • Teilnahme an Hilfeplangesprächen
  • Erstellen von Entwicklungsberichten
  • Drogenprävention

entsprechend den Vereinbarungen im Hilfeplan.

4.1.1.1. Räumliche Gegebenheiten

Die Wohnungen befinden sich in verschiedenen Wohngebieten Dannenbergs. Die Wohnungen verfügen über 1-2 Zimmer mit Küche und Bad bis zu max. 50 m² Wohnfläche. Im Hinblick auf die Übernahme der Wohnungen durch die jungen Menschen soll die Höhe der jeweiligen Miete angemessen und finanzierbar sein. Wir orientieren uns hier an den Bemessungsgrenzen der Regelsatzverordnung gem. SGB. Die Wohnungen werden durch die Heilpädagogischen Betreuungen Penkefitz finanziert.

Weiterhin haben wir einen Büroraum in der Bahnhofstraße 28 in Dannenberg angemietet. Dieser Raum steht dem Sozialpädagogen für Verwaltungstätigkeiten und Beratung zur Verfügung.

4.1.1.2. Inhalte der gruppenübergreifenden Leistungen

Therapie

Therapeutische Leistungen werden in Absprache mit den Mitarbeitern der Mobilen Betreuung durch die Psychologin angeboten.

Hilfeplan

Die Mitarbeiter der Mobilen Betreuung erstellen für das jeweilige Hilfeplangespräch nach § 36 KJHG einen schriftlichen Kurzbericht, aus dem Aussagen über die Entwicklung des jungen Menschen zu entnehmen ist. Der Bericht dient außerdem der Zielüberprüfung.
In Absprache mit dem örtlichen Träger der Jugendhilfe werden alle Beteiligten zum vereinbarten Termin des Hilfeplangespräches eingeladen.

4.1.1.3. Sonderaufwendungen im Einzelfall

Folgende Sonderaufwendungen im Einzelfall werden nach dem Individualprinzip erbracht:

  • Taschengeld
  • Familienheimfahrten

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5. Maßnahmen der Qualitätsentwicklung und -sicherung

Zur Qualitätsentwicklung und -sicherung arbeiten wir nach Prinzipien des Total Quality Managements (TQM):

  1. vernetzendes Qualitätsmanagement-Programm (QMC), über welches die Verwaltung sowie die Mobile Betreuung miteinander kommunizieren, die Stammdaten der Klienten verwaltet werden, Dokumentationen über das Tagesgeschehen sowie Entwicklungs- und Therapieberichte festgehalten werden.
  2. Fachpersonal in allen Bereichen (Betreuung, Verwaltung)
  3. Entwicklungsberichte zur Vorbereitung der Hilfeplangespräche. Diese werden mit dem Klienten besprochen und an den zuständigen ASD-Mitarbeiter des Jugendamtes vor dem Gespräch versandt. Die Berichte dienen der regelmäßigen Überprüfung und Kontrolle des Erziehungsprozesses.
  4. Therapieberichte sollen den Verlauf der Therapien dokumentieren.
  5. die Mitarbeiter erhalten monatlich Supervision (extern), dieses immer in einem 10 Stunden Block. Danach entscheiden die Teilnehmer gemeinsam, ob weiter miteinander gearbeitet werden soll. Es finden Fall- und Teamsupervision statt.
  6. Fortbildungen über einen Zeitraum von 2-3 Tagen nimmt jeder Mitarbeiter mindestens 1x jährlich wahr. Es handelt sich dabei um sowohl externe als auch interne Veranstaltungen.

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IV. Ambulante Betreuung

Ambulante Betreuung kann im Rahmen einer Nachbetreuung mit dem Hauptziel der Überleitung des jungen Erwachsenen in eine eigenständige Lebensführung erfolgen. Die Volljährigen leben in selbst angemieteten Wohnungen. Den Inhalt und die Intensität der Betreuung richtet sich nach dem im Hilfeplan festgelegten Stundenumfang. Die Leistungen im Rahmen der ambulanten Betreuung werden durch zusätzlich zu engagierendes Personal erbracht.

Die Abrechnung erfolgt über Fachleistungsstunden.

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